der templerorden
Pauperes commilitones Christi templique Salomonici HierosalemitanisGeschichte des Templerordens
Bezüglich bestimmter Zahlenangaben muss davon ausgegangen werden, dass diese nicht in jedem Fall korrekt sind, da die Templer sich vermutlich die griechische Zahlenmystik zu eigen machten, nach der die Zahl Neun für Vollkommenheit stand und manche Berichte diesbezüglich verfälscht sein dürften.
Zusätzliche Schwierigkeiten der Datierung liegen zum Beispiel im Stil der Urkunden: Das Konzil von Troyes ist zeitgenössisch für Januar 1128 verbrieft. Allerdings wurden damals in Südfrankreich die Urkunden im so genannten Stil Mariä Verkündigung datiert, in dem der Jahresbeginn am 25. März begangen wird, so dass der urkundliche 13. Januar 1128 wahrscheinlich der 13. Januar 1129 nach unserer Schreibweise war. Diese Deutung ist, wie fast alles in der frühen Ordensgeschichte, nicht unumstritten.
Die Gründung des Templerordens
Zu dieser Zeit war Jerusalem ein Anziehungspunkt für viele Pilger und Abenteurer aus Europa. Kurz nach dem ersten Kreuzzug stand der Seeweg offen. Die Straßen von der Küste ins Landesinnere waren jedoch sehr unsicher, die Pilger zogen in den bergigen Regionen der Strecke von Jaffa an der Küste über Ramehleh nach Jerusalem Räuber an, und der Großteil des Kreuzritterheeres war nach Europa zurückgekehrt.
In diesem Umfeld wurde der Orden aller Wahrscheinlichkeit nach von Hugo von Payens in Jerusalem gegründet. Dieser legte mit acht (auch hier gilt obige Einschränkung) anderen französischen Rittern (einer von ihnen Gottfried von Saint-Omer) vor dem Patriarchen von Jerusalem ein Ordensgelübde ab. Neben den "klassischen" Gelübden auf Armut, Keuschheit und Gehorsam verpflichten sich die Ritter jedoch zudem, den Schutz der Pilger sicherzustellen. Als Gründungsmitglieder gelten neben Hugo von Payens, Gottfried von Saint-Omer, Andreas von Montbard (ein Onkel Bernhard von Clairvaux), Gundomar, Gudfried, Roland, Payen von Montdidier, Gottfried Bisol und Archibald von Saint Amand.
Die frühe Ordensbezeichnung ist Paupere Militie Christi (Arme Miliz Christi).
Seit 1118
war Balduin II. König von Jerusalem. Dieser wies ihnen 1119 Gebäude seines ehemaligen Palastes zu (er selbst zog in einen neugebauten Palast beim Davidsturm), der auf dem Gelände des alten Tempels Salomons erbaut gewesen sein soll. Der Orden nannte sich daraufhin Pauperes commilitones Christi templique Salomonici Hierosalemitanis (Arme Ritter Christi und des Tempels von Salomon zu Jerusalem), woraus sich dann die heute üblichen Namensgebungen Templer, Tempelritter, Tempelherren bzw. eben Templerorden ableiten.
Im Jahre 1125
erlebte der Orden den ersten Aufschwung durch den Beitritt des Grafen Hugo von Champagne, der ein Freund des Abtes Bernhard von Clairvaux war. Bernhard war einer der wichtigsten Kleriker seiner Zeit. Nach anfänglicher Skepsis setzte er sich ab 1129 wortgewaltig für die Unterstützung des Templerordens und des zweiten Kreuzzuges ein.
1127
reiste Hugo von Payens in Begleitung von fünf anderen der als Gründungsmitglieder bekannten Templer nach Europa zurück, um für den Orden Mitglieder zu werben. Außerdem hatte die neue Idee der Vereinigung des Kriegers und des Mönches Zweifel ausgelöst, die die Templer den geistlichen Größen der Christenheit vorlegen wollten. In Jerusalem dürfte zu dieser Zeit bereits eine ganze Reihe an Ordensmitgliedern vorhanden gewesen sein, denn bereits 1129 ist der Sitz der Templer, die Aqsa-Moschee, zur Festung ausgebaut – was von nur vier in Jerusalem zurückgebliebenen Mitgliedern schwerlich hätte bewältigt werden können.
Ab 1127
sind zunehmend Schenkungen von Landbesitz an den Orden zu verzeichnen, insbesondere in Frankreich, doch auch in England, Spanien, Portugal und Italien. Man führt einen nicht geringen Teil der Schenkungen auf den Einfluss von Bernhard von Clairvaux zurück, der auch Abt des Klosters von Cluny war. Cluny war zu dieser Zeit die größte klerikale Anlage der abendländischen Welt und dessen geistiges Zentrum.
Im Januar 1128 oder 1129
fand in Troyes ein Konzil statt. Anwesend waren laut der Präambel zur Ordensregel Kardinal Matthias von Albano, einige Bischöfe, die Äbte Hugo von Mâcon von Pontigny, Bernhard von Clairvaux, Etienne Harding von Cîteaux sowie weitere Kleriker und Laien. Von den Templern: Hugo von Payens, Andreas von Montbard und möglicherweise weitere Ordensmitglieder. Die Ordensregeln wurden schriftlich festgelegt. Sie waren augustinisch geprägt, doch waren auch zisterziensische Einflüsse vorhanden, was für manche darauf hindeutet, dass Bernhard bei der Festlegung der Regeln beteiligt war.
Es folgte ein weiterer Aufschwung in den Spenden an den Orden und neuen Beitritten.
Am 29. März 1139
wurde die Organisation der Templer durch die Bulle "Omne datum optimum" durch Innozenz II. erneut bestätigt und der Orden direkt dem Papst unterstellt. Dadurch war er für weltliche Herrscher nahezu unantastbar. So war er nicht nur von der Steuer befreit, sondern durfte selbst Steuern erheben. Außerdem durfte er Geld gegen Zinsen verleihen, was normalen Christen verboten war. Die Templer begannen sich langsam immer mehr auf dieses Geschäft zu konzentrieren, was letztlich auch einen Teil ihres Verhängnisses ausmachte.
Die Aktivitäten des Templerordens
Der erste Kriegseinsatz, bei der Belagerung von Damaskus 1129, endete im Fiasko: zahlreiche, wenn nicht die meisten, Templer fielen im Kampf. Die Reihen wurden jedoch wieder aufgefüllt, und bis zum Ende Outremers im Jahre 1291 nahmen die Templer an den meisten, wenn auch nicht an allen militärischen Aktionen teil. Wie die anderen Orden blieben die Templer vom Königreich Jerusalem unabhängig und wurden zu einer eigenständigen politischen Kraft.
Nach dem Fall Akkons am 18. Mai 1291, der christlichen Hauptstadt Outremers, wurde der dortige Tempel noch 10 Tage verteidigt und brach dann, von den Truppen des Sultans unterminiert und einem Sturmangriff ausgesetzt, über den Verteidigern zusammen. Die zwei letzte Burgen auf dem Festland, die Festungen Tortosa und Athlit, wurden im August kampflos geräumt. Eine wasserlose Insel vor Tortosa, Ruad, blieb bis 1303 im Templerbesitz.
Die Templer beschäftigten sich aber nicht nur mit dem Kriegshandwerk. Die Einkünfte der europäischen Komtureien mussten nach Outremer, den lateinischen Staaten im heiligen Land, transportiert werden. Diese Transporte begründeten die Finanzaktivitäten des Tempels. Zunächst dienten die Tempelhäuser im Osten nur als Tresore und Schatzkammern des Landes, aber schon 1135 sind erste Verleihgeschäfte verbürgt. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts machten die Templer Geldanleihen zu einer regulären geschäftlichen Betätigung. Ihr finanzieller Ruf war dabei so gut, das auch Muslime ihre Dienste in Anspruch nahmen. Die Templer erfanden eine eigene Art der Kreditbriefe, sowie fortschrittliche Techniken der Buchführung.
Etwa 15.000 Ordensmitglieder verwalteten um die 9.000 über ganz Europa verstreute Besitzungen (von denen aber nur ein geringer Teil eigenständige Komtureien waren). Zu den bekanntesten zählt die Siedlung Tempelhove, heute bekannt als Tempelhof in Berlin, deren letztes Fragment, der Friedhof im Alten Park, trotz Zerstörung der ursprünglichen Dorfkirche Tempelhofs im 2. Weltkrieg noch erhalten ist, und die beiden "Hauptquartiere" in Paris und London die jeweils "Temple" heißen. Heute gibt es noch eine Burg des alten Templerordens in Europa, alle anderen wurden zerstört.
Die interne Ordensorganisation orientierte sich an den Ständen des Mittelalters. Obwohl ursprünglich jeder freie Mann Mitglied werden konnte, bildete sich bald eine Hierarchie heraus, wer was im Orden werden konnte. Es gab vier Arten von Ordensmitgliedern:
Ritter
entstammtem meist dem Adel, ihnen stand als einzigen der weiße Mantel
über dem weißen Habit zu. Außerdem drei Pferde, den Würdenträgern aber
vier Pferde ausgewählter Rasse.
Knappen oder dienende
Brüder trugen den braunen Mantel und kämpften als leichte Kavallerie.
Ihnen stand ein Pferd zu.
Kaplane waren die
Ordensgeistlichen, die den Gottesdienst versahen und die Beichte
abnahmen.
Sergeanten (sarjanz de mestier) waren die Arbeitsbrüder, die die niederen Dienste versahen.
Milites ad terminum waren dem Orden als kämpfende Brüder auf Zeit beigeordnete Ritter.
In den Besitzungen des Morgenlandes und
Spaniens waren Kaplane und kämpfende Brüder zahlreich, in den
Komtureien des Abendlandes eher selten. Zusätzlich konnte man dem Orden
in anderen Formen an- oder zugehören.
Donates verschenkten sich selbst (und einen Teil ihres Besitzes) an den
Orden. Die Schenkung trat i.A. erst im Alter in Kraft, sodass es als
eine Art Vorsorge, auch für das Seelenheil, zu sehen ist.
Confratres waren materielle Förderer des Ordens, die vor allem vom Ansehen des Ordens profitierten. Dies konnten auch Frauen sein.
An der Spitze der Macht stand der demokratisch gewählte Großmeister (siehe: Liste der Großmeister des Templerordens), ihm folgte der Großkomtur, der die Aufsicht über den Ordensschatz, die Aufsicht über die Verteidigung und die über die Hochmeister hatte. Dann der Großmarshall, der die Aufsicht über die Waffen und das Kriegswesen hatte. Des Weiteren der Großspitter, dessen Aufgabenbereich die Ordensspitäler waren. Der Großtappir war für die Kleider zuständig. Und letztlich der Tressler für das Finanzwesen.
Das Ende der TemplerEbenso
wie die Gründung kam auch das Ende des Templerordens in mehreren
Schritten. Die Gründe waren vielfältig:
Zum
Einen bildeten sich zwischen 1100 und 1300 zunehmend Staaten als
nationale Gebilde. Wo man zuvor erst Christ und dann, beispielsweise,
Franzose war, kehrte sich dies allmählich um. Die Könige betrachteten
die päpstlichen Orden daher zunehmend misstrauisch. Die beiden anderen
großen Orden verstanden es, sich eigene Staaten zu sichern (Malta und
Preußen), die Templer jedoch nicht.
Außerdem empfahlen nach dem Fall Outremers mehrere Gelehrte in
vertraulichen Berichten einen neuen Kreuzzug. Einen Teil des Geldes
solle sich der König besorgen, indem er die Templer ausmerze und ihre
Güter beschlagnehme. Da König Philipp IV. (Philipp der Schöne) von
Frankreich hoch verschuldet war, unter anderem auch bei den Templern,
beherzigte er diesen Rat, ohne jedoch an einen Kreuzzug zu denken.
Allerdings war ein derart offensichtliches Vorgehen auch dem König
unmöglich: Die Rechtsgelehrten betonten ausdrücklich, die eingezogenen
Güter müssten der christlichen Sache im heiligen Land zugute kommen.
1305 wurden die Mitglieder des Ordens schließlich der
Ketzerei (so soll man bei der Aufnahme in den Orden angeblich dreimal
auf das Kreuz spucken und auch die Auferstehung Christi leugnen) und
Homosexualität angeklagt (auf vielen zeitgenössischen Abbildungen
werden 2 Ritter hintereinander sitzend auf einem Pferd gezeigt).
Der Papst war zu dieser Zeit vom französischen König abhängig, daher standen die Chancen des Ordens schlecht. Philipp IV. machte die Sache zur Staatsaffäre. Geschickt setzte er Klemens V. unter Druck und drohte mit einem Ketzerprozess gegen dessen Mentor Bonifatius VIII., der bis 1303 Papst gewesen war.
Am 13. Oktober 1307 (einem
Freitag dem 13ten!) wurden alle Tempelritter (und eine große Zahl
dienender Brüder) in Frankreich verhaftet. Die Verhaftungswelle war
eine völlige Überraschung für die Templer. Die königliche Seite
brüstete sich damit, dass nur 12 Ritter entkommen seien, darunter nur
ein einziger Würdenträger. In Paris wurden 138 Personen festgenommen.
Eine päpstliche Kommission zählte 1309 noch 546 Inhaftierte in Paris,
wohin die Festgenommenen gebracht worden waren. Die Untersuchung zog
sich über Jahre hin. Unter der Folter gestand der Großmeister Jacques
de Molay zunächst, widerrief dann aber.
Am
22. März 1312 löste Papst Klemens V. auf dem Konzil von Vienne unter
dem Druck von König Philipp IV. den Orden auf. Am 18. März 1314 wurde
der letzte Großmeister des Templerordens Jacques de Molay zusammen mit
Geoffroy de Charnay in Paris auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die
Güter der Templer sollten, abzüglich der Verfahrenskosten, den
Johannitern übergeben werden. Die Monarchen Europas stellten jedoch
erstaunlich hohe Verfahrenskosten fest.
Bemerkenswert ist auch, dass sich die Verfolgung der Ordensmitglieder nicht durch ganz Europa vollzog. So wurde der Orden in einigen Staaten gar nicht behelligt.
Teile der flüchtigen Ordensmitglieder fanden Unterschlupf auf der Insel Malta und gingen in den Malteserorden (Johanniterorden) über. Auch das Wappen des Malteserordens weißt hierauf hin. Es entstand erst sehr spät und ist in Form und Farbgebung artverwandt mit dem Templerkreuz.
Nicht verstummen wollenden Gerüchten nach, soll der Templerorden bis zum heutigen Tage noch existieren und im Geheimen weiter verschiedensten Geschäften nachgehen...
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